Glossar: Baufinanzierung einfach erklärt

Die wichtigsten Begriffe rund um Immobilienkredit, Tilgung und Zinsbindung

A

  • Anfängliche Tilgung

    Die anfängliche Tilgung ist der Prozentsatz der ursprünglichen Darlehenssumme, der im ersten Jahr getilgt wird.

  • Annuität

    Die Annuität ist die gleichbleibende Gesamtzahlung pro Periode bei einem Annuitätendarlehen, bestehend aus Zinsen und Tilgung.

  • Annuitätendarlehen

    Ein Annuitätendarlehen ist ein Immobilienkredit mit einer über die Zinsbindung gleichbleibenden monatlichen Rate aus Zins und Tilgung.

  • Anschlussfinanzierung

    Die Anschlussfinanzierung ist die Weiterfinanzierung der Restschuld eines Immobilienkredits nach dem Ende der Zinsbindung.

  • Auflassungsvormerkung

    Die Auflassungsvormerkung ist ein Eintrag im Grundbuch, der den Anspruch des Käufers auf Eigentumsübertragung sichert, bevor er als Eigentümer eingetragen ist.

B

  • Baufinanzierung

    Eine Baufinanzierung ist die Finanzierung des Kaufs, Baus oder Umbaus einer Immobilie, meist über ein durch Grundschuld besichertes Darlehen.

  • Bausparvertrag

    Ein Bausparvertrag ist ein Vertrag mit einer Bausparkasse, bei dem zunächst angespart wird und nach Zuteilung ein Darlehen mit vorab festgelegtem Zins in Anspruch genommen werden kann.

  • Beleihungsauslauf

    Der Beleihungsauslauf gibt in Prozent an, welchen Anteil des Beleihungswerts einer Immobilie das Darlehen ausmacht (englisch Loan-to-Value, LTV).

  • Beleihungswert

    Der Beleihungswert ist der vorsichtig ermittelte, langfristig erzielbare Wert einer Immobilie, den eine Bank als Sicherheit für ihr Darlehen ansetzt.

  • Bereitstellungszinsen

    Bereitstellungszinsen sind Zinsen, die eine Bank für die Zeit berechnet, in der ein zugesagtes Darlehen noch nicht oder nur teilweise ausgezahlt wurde.

  • Bonität

    Die Bonität beschreibt die Kreditwürdigkeit eines Kreditnehmers, also die Wahrscheinlichkeit, dass er ein Darlehen vertragsgemäß zurückzahlt.

D

  • Darlehenssumme

    Die Darlehenssumme ist der Betrag, den die Bank für eine Finanzierung zur Verfügung stellt, also der Kaufpreis plus Nebenkosten abzüglich des Eigenkapitals.

  • Disagio

    Das Disagio (Damnum) ist ein Abschlag auf die Auszahlung eines Darlehens: Die Bank zahlt weniger aus, als zurückzuzahlen ist, und gewährt dafür einen niedrigeren Sollzins.

E

  • Effektivzins

    Der Effektivzins ist der jährliche Gesamtkostensatz eines Kredits in Prozent, der neben dem Sollzins weitere Kosten wie ein Disagio oder Bearbeitungsgebühren berücksichtigt.

  • Eigenkapital

    Eigenkapital sind die eigenen Mittel, die ein Käufer in eine Immobilienfinanzierung einbringt, zum Beispiel Erspartes, Bausparguthaben oder Schenkungen.

F

  • Finanzierungszusage

    Die Finanzierungszusage ist die verbindliche Zusage einer Bank, ein bestimmtes Darlehen zu den vereinbarten Konditionen zu gewähren.

  • Forward-Darlehen

    Ein Forward-Darlehen sichert schon Jahre vor dem Ende der Zinsbindung den Zins für die Anschlussfinanzierung, gegen einen Zinsaufschlag.

G

  • Grundbuch

    Das Grundbuch ist ein öffentliches Register beim Amtsgericht, in dem Eigentümer, Lasten und Rechte an Grundstücken verzeichnet sind.

  • Grunderwerbsteuer

    Die Grunderwerbsteuer ist eine einmalige Steuer, die beim Kauf eines Grundstücks oder einer Immobilie auf den Kaufpreis anfällt; ihr Satz legt jedes Bundesland selbst fest.

  • Grundschuld

    Eine Grundschuld ist ein im Grundbuch eingetragenes Pfandrecht an einer Immobilie, mit dem eine Bank ihr Darlehen absichert.

H

  • Haushaltsrechnung

    Die Haushaltsrechnung stellt Einnahmen und laufende Ausgaben eines Haushalts gegenüber, um zu ermitteln, welche Monatsrate für eine Finanzierung tragbar ist.

  • Hypothek

    Eine Hypothek ist ein Grundpfandrecht an einer Immobilie, das streng an eine bestimmte Darlehensforderung gebunden ist und mit ihrer Tilgung erlischt.

I

  • Instandhaltungsrücklage

    Die Instandhaltungsrücklage ist ein Kapitalpuffer für künftige Reparaturen und Sanierungen an einer Immobilie, bei Eigentumswohnungen von der Eigentümergemeinschaft angesammelt.

K

  • Kapitaldienstfähigkeit

    Kapitaldienstfähigkeit beschreibt, ob das laufende Einkommen eines Kreditnehmers ausreicht, Zinsen und Tilgung eines Darlehens dauerhaft zu bezahlen.

  • Kaufnebenkosten

    Kaufnebenkosten sind die Kosten, die beim Immobilienkauf zusätzlich zum Kaufpreis anfallen: Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls Maklerprovision.

  • KfW-Darlehen

    Ein KfW-Darlehen ist ein zinsgünstiger Förderkredit der staatlichen KfW-Bankengruppe, zum Beispiel für energieeffizientes Bauen oder Sanieren.

M

  • Maklerprovision

    Die Maklerprovision ist das Honorar eines Immobilienmaklers, das beim Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses durch Verbraucher seit Dezember 2020 höchstens zur Hälfte auf den Käufer entfallen darf.

  • Monatsrate

    Die Monatsrate ist der Betrag, der monatlich an die Bank gezahlt wird und sich bei einem Annuitätendarlehen aus Zinsen und Tilgung zusammensetzt.

N

  • Nebenkosten

    Nebenkosten sind die laufenden Kosten einer Immobilie neben der Kreditrate, etwa für Grundsteuer, Versicherungen, Heizung, Wasser und Müllabfuhr.

  • Nominalzins

    Der Nominalzins ist der vertraglich vereinbarte Zinssatz, der auf den Kreditbetrag berechnet wird; bei Immobilienkrediten entspricht er dem Sollzins.

  • Notarkosten

    Notarkosten sind die Gebühren für die notarielle Beurkundung des Kaufvertrags und die Abwicklung des Eigentumsübergangs.

P

  • Prolongation

    Bei einer Prolongation verlängert die bisherige Bank nach Ablauf der Zinsbindung den Kredit zu neu vereinbarten Konditionen.

R

  • Restschuld

    Die Restschuld ist der Teil der Darlehenssumme, der zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht zurückgezahlt wurde.

S

  • Schufa

    Die Schufa ist eine private Auskunftei, die Daten zum Zahlungsverhalten von Verbrauchern sammelt und Banken als Grundlage für die Bonitätsprüfung zur Verfügung stellt.

  • Schuldenfreiheit

    Schuldenfreiheit ist der Zeitpunkt, zu dem ein Immobilienkredit vollständig zurückgezahlt ist und keine Restschuld mehr besteht.

  • Sollzins

    Der Sollzins ist der nominale Jahreszins auf die Restschuld eines Darlehens, ohne Nebenkosten.

  • Sonderkündigungsrecht

    Nach § 489 BGB können Darlehensnehmer einen Immobilienkredit mit fester Zinsbindung nach zehn Jahren mit einer Frist von sechs Monaten kündigen. Praktisch relevant ist das bei einer Zinsbindung von mehr als zehn Jahren.

  • Sondertilgung

    Eine Sondertilgung ist eine außerplanmäßige Zahlung auf ein Darlehen, die zusätzlich zur regulären Rate geleistet wird und die Restschuld direkt senkt.

T

  • Tilgung

    Die Tilgung ist der Teil der Kreditrate, der die Darlehensschuld tatsächlich verringert, im Unterschied zum Zins.

  • Tilgungsplan

    Ein Tilgungsplan listet für jede Zahlung eines Darlehens auf, wie sich die Rate auf Zinsen und Tilgung verteilt und wie hoch die Restschuld danach ist.

  • Tilgungssatzwechsel

    Ein Tilgungssatzwechsel ist die vertraglich eingeräumte Möglichkeit, den Tilgungssatz während der Zinsbindung zu erhöhen oder zu senken.

U

  • Umschuldung

    Eine Umschuldung ist die Ablösung eines bestehenden Darlehens durch ein neues, meist bei einer anderen Bank und zu besseren Konditionen.

V

  • Verkehrswert

    Der Verkehrswert (Marktwert) ist der Preis, der zum Bewertungsstichtag im gewöhnlichen Geschäftsverkehr für eine Immobilie zu erzielen wäre.

  • Volltilgerdarlehen

    Ein Volltilgerdarlehen ist ein Immobilienkredit, dessen Zinsbindung so lang ist wie die Laufzeit, sodass er am Ende der Zinsbindung vollständig getilgt ist.

  • Vorfälligkeitsentschädigung

    Die Vorfälligkeitsentschädigung ist eine Entschädigung, die eine Bank verlangen darf, wenn ein Darlehen vor Ende der Zinsbindung vorzeitig zurückgezahlt wird.

W

  • Widerrufsrecht

    Das Widerrufsrecht erlaubt Verbrauchern, einen Immobiliardarlehensvertrag ohne Angabe von Gründen innerhalb von 14 Tagen zu widerrufen; die Frist beginnt erst nach ordnungsgemäßer Belehrung.

  • Wohn-Riester

    Wohn-Riester ist die staatlich geförderte Altersvorsorge nach dem Riester-Modell, die für den Erwerb oder die Entschuldung selbstgenutzten Wohneigentums eingesetzt werden kann.

Z

  • Zinsänderungsrisiko

    Das Zinsänderungsrisiko ist das Risiko, dass nach Ende der Zinsbindung der Marktzins für die Anschlussfinanzierung höher liegt als der bisherige Sollzins.

  • Zinsbindung

    Die Zinsbindung ist der vertraglich vereinbarte Zeitraum, in dem der Sollzins eines Immobilienkredits unverändert bleibt.

  • Zinsbindungsende

    Das Zinsbindungsende ist der Zeitpunkt, an dem die vereinbarte Zinsbindung eines Immobilienkredits ausläuft und die Restschuld neu verhandelt oder abgelöst werden muss.

Allgemeine Information, keine Anlage- oder Finanzberatung.